22 | 10 | 2017

Blog zum Festival

Logo 20. Leipziger Literarischer Herbst

Für den 20. Leipziger Literarischen Herbst wurde wieder ein Blog eingerichtet. Beiträge können von allen Besuchern geschrieben und an unsere Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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Eröffnungsveranstaltung des 20. LLH: "Analog ist das neue BIO" - mit Andé Wilkens, Eva Leipprand, Jan Philipp Albrecht und Olaf Zimmermann

Ein scheinbar chancenloses, weil "gestriges" Video-Ausleihgeschäft im Berliner Wohnviertel des Autoren André Wilkens war für ihn der Impuls, ein Buch über das heutige Verhältnis von digital und analog zu schreiben - und zwar im richtigen Leben. Daraus ergeben sich Fragestellungen, die weit über unsere Lebenszeit hinaus gehen... Die spannende Gesprächsrunde nach der eindrucksvollen Impuls-Lesung von Steffi Böttger konnte diese Fragen nicht erschöpfend beantworten, aber zuerst einmal offen stellen, Risiken und Nebenwirkungen der digitalen Errungenschaften, Ängste und Gefahren benennen, aber auch Chancen sehen. Zurückgeblieben ist für mich der Ausspruch des Autoren: "Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht das Denken abgewöhnen und am Ende wegdigitalisiert werden (...) denn mir macht denken Spaß!" Ich werde nächstes Wochenende einen Versuch starten: Das Handy abstellen, raus gehen in die Natur, mit Freunden treffen und vielleicht mal wieder eins der früher so beliebten Brettspiele rausholen - ganz analog.
Claudia Bär

André Wilkens
André Wilkens
Foto: Gaby Waldek

"Leibniz für Kinder" mit Annette Antoine und Annette von Boetticher am 26. Oktober um 10 Uhr im Leibniz-Gymnasium am Nordplatz
"Das war ein echt cooler Typ!"
Die rund 80 Kinder der unteren Klassen des Leibniz-Gymnasiums hatten schon gespannt in der Aula auf die beiden Autorinnen gewartet. Die Zehn- bis Zwölfjährigen wurden nicht enttäuscht: Mit anschaulichen Bildern vom Beamer und verständlichen, witzigen und abwechselnd gelesenen Texten über den Universalgelehrten fesselten Antoine und Boetticher die Kinder von der ersten Minute an. Dabei vermittelten sie nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse des großen Gelehrten, sondern offenbarten auch menschliches und skurriles aus dessen Leben. Wie unter anderem die Feststellung einer Zeitgenossin des großen Denkers, dass Leibniz - ganz im Gegensatz zu vielen anderen gelehrten Leuten - sauber sei und gar nicht stinke... Ganz nebenbei erfuhren die Schüler/innen auch, Leibniz neben vielen abstrakten Ideen auch handfeste Erfindungen, wie z.B. den Dübel, gemacht hatte. Aber auch, dass der gleichnamige Keks so wenig mit dem Universalgenie zu tun hat wie ein Hering mit Bismack oder eine Pralinenart mit Mozart. Wie viel in den kurzweiligen 45 Minuten bei den Kids "hängen geblieben" war, bewies der kleine Quiz, den die Autorinnen am Ende veranstalteten. Alle Fragen wurden blitzschnell richtig beantwortet - nur bei einer gabs Ratlosigkeit: Warum der Leibniz-Keks 52 "Zähne" hat? Na, weils so am besten aussieht!
Eine unterhaltsame wie lehrreiche Stunde über den letzten großen Universalgelehrten, die bei den Kindern gut ankam. Der beste Beweis dafür: "Der Leibniz - das war ein echt cooler Typ!", brachte es ein Schüler beim Gang in die Pause auf den Punkt.
Gundula Lasch

Leibniz für Kinder
"Leibniz für Kinder" mit Annette Antoine und Annette von Boetticher
Foto: Gundula Lasch

Mi., 26. Oktober: Nancy Aris und Lutz Rathenow in der Bibliothek Gohlis "Erich Loest"
Spannend-amüsante Reise in Russlands fernen Osten
Was erwartet man von einer Lesung, in der es um eine historische Reise nach Wladiwostok in den Osten Russlands geht und die Geschichte eines alten Kaufhauses in deutscher Hand? Ganz bestimmt nicht, dass sie so heiter würde, wie der Abend mit der Autorin und promovierten Historikerin Nancy Aris, flankiert von Lutz Rathenow als Moderator. Und das nicht nur, weil Aris'Erstlingsroman "Dattans Erbe" so kurzweilig, authentisch und stellenweise witzig geschrieben ist, dass die Schwere des Themas nicht drückend wird. Man spürte auch, dass sich die beiden Hauptpersonen des Abends gut kennen.
Kein Wunder: Rathenow, im beruflichen Leben Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen in Sachsen, befragte mit Aris seine Stellvertreterin in diesem Amt. So kamen treffende Fragen im richtigen Augenblick, gab es einen spannenden Dialog über die Entstehung des Romans und die heutige Atmosphäre im fernen Wladiwostok. Die vorgetragenen Textstellen aus dem Roman, der auf wahren geschichtlichen Fakten beruht, waren ausnahmslos spannend und amüsant. Ein Tipp für Interessent/innen: Wer vor der Lektüre von "Dattans Erbe" den kleinen Reportageband "Passierschein bitte!" von Nancy Aris liest, wird die Vorbilder einiger fiktiver Romanfiguren wiedererkennen.
Bela

Lutz Rathenow & Nancy Aris
Lutz Rathenow & Nancy Aris
Foto: Gundula Lasch

Mi., 26. Oktober, Schumann-Haus
Was verband G. W. Leibniz mit China? Dies konnte man vom ebenso sympathischen wie humorvollen Prof. Wenchao Li erfahren, der, unterstützt von einer 16jährigen Pianistin, das Publikum mit einem unterhaltsamen Vortrag zu den China-Forschungen von Leibniz beeindruckte.
Und da diese auch Stücke von J.S. Bach spielte, war u.a. zu erfahren, dass er in China „Vater der Musik" genannt wird" und dass Leibniz nie selbst in China war, aber mit seinen Forschungen und Erkenntnissen dazu beitrug, dem Europa des 17. Jahrhunderts die Lebenswelten fremder Völker näher zu bringen.
Sabine B.

Chamisso-Preisträger Nicol Ljubić am 27. Oktober in der Deutschen Nationalbibliothek
Echter Europäer
"Grenzen Nieder Schreiben" lautete der Titel des Lese- und Gesprächsabends mit Nicol Ljubić und MDR-Literaturredakteurin Katrin Schumacher. Im ersten Gesprächsteil zur Einleitung erfuhr man viel über den Autoren - sehr hilfreich für das Verstehen seiner Haltung und der Themen, die er in den Mittelpunkt seiner Romane stellt. Nicol wurde 1971 in Zargreb als Sohn eines Kroaten und einer Deutschen geboren, verbrachte seine Kindheit in Griechenland, Russland und Schweden, war immer in deutschen Schulen und kam doch erst als 16jähriger ganz in Deutschland an. So ist Ljubić zum echten Europäer aufgewachsen: Patriotismus oder gar Nationalismus sind ihm fremd, denn "Alle diese Länder meiner Kindheit sind ein Teil von mir."
Der Autor sah sich dennoch ganz selbstverständlich als Deutscher, als der er geboren war. Das Nachdenken über "Anderssein", seinen kroatischen Familienstrang und was dies mit ihm zu tun hat, habe er erst begonnen, als die öffentliche Diskussion nach dem provokanten Sarrazin-Thesen aufbrandete. Er unternahm eine Reise mit dem Vater, um dessen Fluchtgeschichte nachzuvollziehen, wichtige Stationen der Reise zu sehen und nach Spuren zu suchen... herausgekommen ist "Heimatroman", das wohl persönlichste Buch Ljubićs. Es ist im Handel leider vergriffen, aber antiquarisch vielleicht noch zu ergattern.
Nach der Lesung aus diesem Roman nahm Katrin Schumacher das Gespräch wieder auf, man erfuhr über den beruflichen Weg des Autoren über den Journalismus hin zur Belletristik als erlebte "Befreiung von der starren Faktenlage". Ljubić erzählte von der Entstehungsgeschichte der Anthologie "Schluss mit der Deutschenfeindlichkeit", die er herausgab und von seinem politisches Engagement, das er als "Bürgerpflicht" versteht: "Wir müssen uns politisch interessieren und äußern, wenn wir die Zukunft gestalten wollen", appellierte Ljubić an die Zuhörer. Die abschließend vorgetragenen Passagen aus seinem noch unveröffentlichten Roman, der sich um den kompromisslosen Atomkraftgegner Hartmut Gründler dreht, ließen keinen Zweifel daran, dass auch das nächste Werk Ljubićs spannend und hochpolitisch ausfällt. Was nicht heißt, dass der harte Stoff schwer zu lesen sein sollte - erzählt wird die Geschichte locker-leicht aus der Perspektive eines Zehnjährigen ...
GuLasch


Nicol Ljubic & Katrin Schumacher
Foto: Gundula Lasch

10 Jahre Thomasius-Club am 28. Oktober im Café Alibi
Durchgeknallt?!
Leibniz trifft Thomasius – das war das Versprechen zur Feier des 10jährigen Jubiläums des Thomasius-Clubs. In all diesen Jahren gab es fast jeden Monat ein philosophisches Gespräch zu den verschiedensten Themen vom Verhältnis von Ossi und Wessi bis hin zu Betrachtungen über den Islam oder die weltweite Bankenkrise. Das konnte man anhand der noch einmal aufgehängten Ankündigungsplakate aus den zehn Jahren des Clubs nachvollziehen. Dessen Anhängerschaft ist offensichtlich treu und zahlreich, denn das Café Alibi war bis auf den letzten Platz besetzt, als die beiden Ex-Leipziger Gottfried Wilhelm Leibniz alias Kurt Mondaugen (mit schwarzer Lockenperücke) und sein Gegenpart Christian Thomasius alias Ulrich Johannes Schneider (mit weißer Perücke) auftraten.
Optisch war es der Disput der Königspudel, inhaltlich ein amüsantes Geplänkel, in der die beiden keinen Trick ausließen, um sich gegenseitig auszustechen. Als es quasi unentschieden stand, schmiss Leibniz seine Pudelperücke weg, um sich mit Fliegerkappe, Sonnenbrille und Stirnlampe zu bewaffnen und zum Stakkato-artigen Monolog anzuheben. Das Auditorium erfuhr auf diesem Wege allerhand über bislang unbekannte Erfindungen und Erkenntnisse von Leibniz und deren Bedeutung für unsere heutige, neoliberale Welt. Diese würde im HTML-Format untergehen, prophe-stotterte das Universalgenie... und so mancher bekam Angst, dass sich der gute Mann zu sehr echauffieren würde. Aber alles ging gut, das Stakkato blieb durchgeknallt bis zum Schluss. Und dann wurde gefeiert.
GuLasch

Ulrich Johannes Schneider & Kurt Mondaugen
Ulrich Johannes Schneider & Kurt Monduagen
Foto: Gundula Lasch

Der elterliche Bücherschrank – Lesung & Gespräch am 28. Oktober im Atelier Haddad in der Spinnereistraße
Der im Juli 1646 in Leipzig geborene Gottfried Wilhelm Leibniz, dessen Todestag sich am 14. November zum 300. Mal jährt, sagte von sich, dass er sich anhand der elterlichen Bibliothek, seinerzeit sprach man noch von der väterlichen, als 8-jähriger selbst Latein und Griechisch beigebracht habe, Deutsch konnte er offenbar schon. Das war der Ausgangspunkt für der Lese- und Gesprächsrunde im Atelier von Hassan Haddad, einem in Bagdad geborenen Künstler, der in der irakischen Hauptstadt Grafikdesign und Kunst studiert hat und seit 1998 in Leipzig lebt und arbeitet und von dem überdies das Titelbild der „Poesiealbum neu"-Ausgabe „Lesen & Schreiben" stammt.
Über den Einfluss der elterlichen Bibliothek vor allem auf ihr Lesen und Lernen Weltaufnehmen sprachen vor einem interessierten Publikum Helga Rahn, Autorin und ehedem Lehrerin aus Leipzig, Bärbel Sánchez, promovierte Kultur- und Literaturwissenschaftlerin und sagen wir Gelegenheitsautorin und gleichfalls aus Leipzig, Franziska Beyer-Lallauret, Lehrerin und Lyrikerin, aufgewachsen in einem Pfarrhaus im Muldenland und jetzt zu Hause in Avrillé, das westlich von Paris und schon ziemlich nahe am Nordatlantischen Ozean liegt, und nicht zuletzt Andreas Reimann, der namhafte und vielfach geehrte Lyriker, der auch als Prosaautor, Librettist, Liedtexter und Essayist in Erscheinung getreten ist.
Wie zu erwarten waren Erinnerungen und lyrische Reflektionen zu hören und als Besonderheit gab der baldige Jubilar Andreas Reimann, der am 11.11. seinen 70. Geburtstag feiern wird, schon einmal eine Probe seiner Weimargedichte, die demnächst im quartus Verlag Bucha unter dem Titel „Poetenmuseum" erscheinen werden.
Reflexe auf die Klassik von Claudius über Gerhardt, Fontane bis hin eben zu dem „Alten aus Weimar" bestimmten den von der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik initiierten Abend. Ein gelungener Rückblick auf die Bestände im elterlichen Bücherschrank.
Ralph Grüneberger

Der elterliche Bücherschrank
"Der elterliche Bücherschrank" mit Helga Rahn, Bärbel Sánchez, Franziska Beyer-Lallauret, Andreas Reimann & Ralph Grüneberger
Foto: Charles Moreau

Anlass für die poet Leseparty gestern Abend in der Galerie KUB war die Erscheinung des poet nr. 21, des Magazins des poetenladen Verlags.
Die Galerie KUB ist ein schon für sich ein schön renovierter Raum, eine ehemalige Schlosserei. Mit Publikum, lesenden Autoren herrschte eine entspannte, teilweise andächtige Atmosphäre. Die vier Autoren, allesamt Absolventen des Deutschen Literaturinstituts, Katharina Bendixen, Theresa Pleitner, Andra Schwarz und Sasha Macht, kannte ich allesamt nicht. Was Katharina Bendixen las, ihr Romandebut "Ich sehe alles", hatte eine sehr schöne, klare Sprache, die beschrieb, was wir in einer fremden Stadt empfinden, in der man keinen Zugang findet, weder zur Stadt selbst noch zu den Menschen. Sehr melodische Gedichte bei bei Andra Schwarz, insbesondere die"Blaue Stunde": so entstehen wunderbare Naturbilder, die aufhörchen lassen und im Innern weiterklingen. Mit feinem Gespühr nahm Karolina Trybala, die den musikalischen Part an diesem Abend übernommen hat, diese Stimmung auf und sang auf polnisch mit ihrer vollen, leidenschaflichen Stimme. Herrliche Sprache auch beim Text von Theresa Pleitner mit "Paradise, blue" - möchte im noch mal nachlesen im "poet nr. 21"... Irrwitzige Fantasygeschichte und Gegenutopie von Sasha Macht »Der Krieg im Garten des Königs der Toten«, sein in diesem Jahr bei Dumont erschienener Debutroman. Laute Lacher, als er von der Leidenschaft der Hauptfigur für Horrorfilme berichtet. Das Schöne an diesem Abend: In meiner Stadt wieder Neues entdecken - den "poetenladen" mit seiner jungen Dichtung www.poetenladen.de - phantasisch! In der Pause zwischen zwei Lesungen am Büchertisch den Erzählband mit Kurzgeschichten "Gern, wenn Du willst" von Katharina Bendixen gekauft. Neugierig und gespannt.
Katja Stamm

Poet Lese Party
Poet Lese Party
Foto: Gaby Waldek

Francois Lelord am 29. Oktober im Schumann-Haus
Heiter-nachdenklich
Der Raum im Schumann-Haus in der Inselstraße war fast bis auf den letzten Platz gefüllt - die Leipziger Fangemeinde von Francois Lelords "Hector"-Büchern ist offenbar groß. Kaum hatte Moderator Ralf Pannowitsch den französischen Autoren sowie die Musikanten Sebastian Hensel (Viola) und Rebecca Kaptain (Klavier) begrüßt, wurde es überraschend turbulent: Die Mitarbeiterin des Schumann-Hauses hatte sich versehentlich eingeschlossen und eine schnelle Befreiungsaktion musste gestartet werden. Ralf Pannowitsch begleitete dies elegant mit den passenden Lesestellen aus Lelords neuem Buch "Hector und die Suche nach dem Paradies"... Publikum und Stargast waren amüsiert, die Befreiung gelang, alles wurde gut. Zwischen den Leseausflügen in Lelords neuestes Werk und sehr persönlichen Frage-Antwort-Spielen zwischen Moderator und Autor sorgten Hensel/Kaptain für wunderbar-stimmungsvolle Musikeinlagen. Lelords erster Hector-Roman „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück" war 2004 ein Welterfolg gewesen. "Dieser Erfolg gab mir die Freiheit, das zu tun, was ich wirklich wollte", bekannte der Star-Autor freimütig. Seitdem sind mehrere Romane rund um den Titelhelden Hector und seine Frau Klara erschienen; Lelord lebt und arbeitet seit einigen Jahren in Bangkok. Nach dem Moderator hatte auch das Publikum großzügig Gelegenheit, den Autor zu seinem Leben und Schaffen zu befragen. Im AnschIuss gab es bei einer Signierstunde weitere Gesprächsmöglichkeiten. Der Abend wurde moderiert von dem Übersetzer des Buches Ralf Pannowitsch. Ein heiter-nachdenklicher, schöner, langer Abend im Lelord-Kosmos.
Matts Paetz

Francois Lelord
Ralf Pannowitsch & Francois Lelord
Foto: Gundula Lasch

So, 30. Oktober, Frauenkultur
Über „seltsame Abwesenheiten" von Autorinnen in gesellschaftlichen und philosophischen Diskursen drehte sich alles in der morgendlichen Veranstaltung der Frauenkultur.
Nach der Eröffnung durch Moderatorin Marion Pelny folgten die vier unterschiedlichen Autorinnen Odile Kennel, Ninia Binias, Christine Lehmann und Ulrike Schäfer mit Texten aus der Lebenswelt von Frauen / Autorinnen. In der sich anschließenden Podiumsdiskussion gesellte sich Frau Dr. Nagelschmidt von der Universität Leipzig, Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung, hinzu.
Nun drehte sich alles um Fragen wie männliches und weibliches Schreiben, berichtet wurde von Lebensrealitäten von Autorinnen, deren Behauptung im männlich geprägten Literaturbetrieb, Erlebnisse mit Verlagen und Buchmessen, aber auch weibliche Vorbilder und Autorinnen in der Geschichte. Am Ende der Diskussion stand die Erkenntnis, dass der von Frau Prof. Nagelschmidt kreierte alternative Veranstaltungstitel „Genommene Anwesenheiten" zwar inzwischen Realität, aber trotzdem, auch im Literaturbetrieb, noch eine Menge zu tun ist auf dem Weg zur Geschlechter-Gleichstellung.
Sylvia Barthel

„The world of Book Brothers" am 1. November in Ilses Erika:
Vom Gasmann, versehentlich Umgebrachten und weihnachtlichem Gekotze
Der "letzte Akt" des 20. LLH war nicht nur kellerkneipig kuschelig-nett - er hielt sich auch an das Motto der Jubiläumsausgabe "Weltbilder". Es waren zwar sehr spezielle, aber dafür umso unterhaltsamere Blickwinkel auf die Welt, die die "Book Brothers" dem geneigten Publikum aufzeigten: Von Roman Israel war zu erfahren, was passiert, wenn ein Niederlausitzer nach Berlin-Neukölln zieht und eine neue Heimat in der "Bockwurstmanufaktur" in der unmittelbaren Nachbarschaft findet. Und wir sind alle froh, dass ein Leck in der Leitung seines Gasherdes nur Turbulenzen in seinem Alltag und Bekanntschaft mit einem Gast-Notdienst-Mann mit sich brachte und wir den Autoren unversehrt erleben durften. Benjamin Kindervatter nahm uns mit zur verheerenden sächsisch-französischen Weihnachtsbescherung mit seinen Schwiegereltern in spé. Nach der Pause erzählte er Schreckliches aus seiner Berliner Zeit. Über private Besucher, die heuschreckenartig Wochenende für Wochenende seine Privatsphäre überfielen und ihn dann auch noch als Touristenführer missbrauchten... und mit welch perfiden Mitteln er die Besucherinflation wirksam eindämmte. Uwe Schimunek fackelte nicht so lange - bei ihm wurde direkt gemordet und gemetzelt, wenn auch aus unterschiedlichen Motiven. Da kann es schon mal vorkommen, dass es den falschen trifft ...
Wir werden in Zukunft alle vorsichtiger sein - und uns freuen auf die Science-Fiction-Sitcom, die Israel/Schimunek am 7. Dezember in der Erika aufführen werden. Hingehen, lachen, klatschen! Die Chose soll aufgezeichnet werden.
Milly V.